FLUGHAFEN UND UMFELD

Ich bin kein Fan des neuen Flughafens. Warum? Weil ich selbst direkt unter einer der Flugrouten lebe und die momentane Ruhe sehr genieße. Und trotz alledem: Die Entscheidung wurde vor Jahrzehnten getroffen und ein „Hätte-man-doch“ und „Wäre-doch-bloß“ ist nicht mein Fall. Wir müssen jetzt für die Menschen vor Ort und die Region insgesamt das Beste daraus machen. Als betroffene Anwohnerin weiß ich natürlich genau um die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger. Das ist mir in der ganzen Debatte der wichtigste Punkt: die Belange der Betroffenen im Flughafenumfeld müssen berücksichtigt werden. Und zwar sowohl was individuelle Schall- und Lärmschutzvorsorge angeht, als auch im Hinblick auf die bisher noch unzureichend entwickelte Verkehrs- und Infrastruktursituation rund um den Flughafen.

Wer meine politische Arbeit verfolgt weiß, dass ich mich von Beginn an für ein Nachtflugverbot und gegen eine 3. Start- und Landebahn eingesetzt habe. Leider war und ist es nicht immer einfach, auf Landesebene für die Interessen der Bewohner vor Ort zu streiten und zu kämpfen. Das ist weniger eine Frage des Parteibuches als vielmehr die Frage nach der persönlichen Betroffenheit.

Gemeinsam mit meinem Landtagskollegen Helmut Barthel, der u.a. die fluglärmbetroffenen Orte Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren und Ludwigsfelde im Landtag vertritt, sind wir in Potsdam dauerhaft im kritischen Dialog mit den zuständigen Flughafen-Ansprechpartnern. Damit machen wir uns nicht nur Freunde in Potsdam und beim BER, aber das ist es uns wert. Denn was am Ende zählt, sind Gesundheit und Lebensqualität der Menschen vor Ort. Deshalb seien Sie sich sicher: wir bleiben weiter für Ihre Interessen am Ball!

Trotz der Belastungen für Mensch und Umwelt wirkt die Flughafenregion wie ein Magnet auf neue Einwohner und Unternehmen. Das Wachstum führt zum einen zu einer sehr guten finanziellen Ausstattung öffentlicher Kassen und zum anderen stellt es die Politik in den Gemeinden und auf Landesebene vor neue Herausforderungen. Neben dem dringend erforderlichen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur – von der Straße bis zum U-7 Anschluss nach Berlin-Rudow– betrifft das die gesamte Daseinsfürsorge: unsere Region ist besonders kinderreich, sodass neue KITAs und Schulen gebaut werden müssen, es werden mehr Mietwohnungen und bezahlbares Bauland benötigt und letztlich auch mehr Sporthallen etc. Das führt im Ergebnis aber auch dazu, dass das Angebot für alle in der Region steigt. Angefangen bei den Sportvereinen, über einen gut getakteten Nahverkehr, Restaurants bis hin zu Kulturangeboten.

Ich setze mich nicht nur für den Lärmschutz und die Reduzierung der Ultrafeinstaub-Belastung ein, sondern auch dafür, den neu Zugezogenen in unserer Region ein neues Zuhause zu finden. Jeder braucht seine Zeit, um in der neuen Nachbarschaft anzukommen, Vertrauen aufzubauen und letztlich auch gegenseitig Verantwortung zu übernehmen. Dabei will ich gerne helfen – mit Ihrer Hilfe!