„So ein Abriss darf nicht wieder passieren!“: Kulturstaatssekretärin Gutheil besucht die Villen der Bäderarchitektur in Zeuthen

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Viele Menschen aus Zeuthen und den Nachbargemeinden waren schockiert im Sommer 2017. Damals kaufte jemand für viel Geld in der Zeuthener Havellandstraße ein Seegrundstück mit einer tollen alten Villa und dann das. Kurze Zeit später rollten die Abrissbagger an und machten das Bestandsgebäude dem Erdboden gleich um ein neues Haus in moderner Optik zu errichten. Rechtlich war aber alles in Ordnung. Das Problem: das Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz und dementsprechend wurden Abriss und Neubau von allen zuständigen Stellen ordnungsgemäß genehmigt.

Um zu verhindern, dass so eine Geschichte noch einmal geschieht, luden nach dem 2017er Abriss engagierte Bürgerinnen und Bürger um Martina Mieritz, Marco Wiegand und Thomas Quarg zusammen mit Tina Fischer die Brandenburger Kulturstaatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil zum Vor-Ort-Termin ein. Dieser Einladung folgte sie am 27. August und besuchte die Villen der Zeuthener Bäderarchitektur. Im gemeinsamen Gespräch wurden verschiedene Herangehensweisen diskutiert und besprochen – u.a. schlug Staatssekretärin Gutheil vor, die sogenannte Verdachtsliste zu erweitern und damit quasi einen doppelten Boden einzubauen. Dann würde, wenn z.B. wieder ein Abriss eines alten Hauses beantragt wird, noch ein weiterer Fachmann prüfen und Stellung nehmen. Abschließend verwies sie auf eine geplante Neuerung seitens der Landesregierung. Noch in diesem Herbst soll vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung ein entsprechender Leitfaden fertiggestellt werden, demzufolge die Hoheiten und Befugnisse in Sachen Ortsbildschutz künftig stärker bei den Kommunen liegen sollen. Mit dem Erlass sogenannter Erhaltungssatzungen durch die Kommunen können ortsbildprägende Straßenzüge oder charakteristische Ortssilhouetten künftig viel stärker gemäß den eigenen, individuellen Bedürfnissen der Gemeinden geschützt werden. „Das wäre doch eine fantastische Lösung für Zeuthen. Dann können die Gemeindevertreter zusammen mit der Verwaltung festschreiben, wo was geht und wo was nicht geht.“ freute sich Tina Fischer.