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Die Nachtruhe am BER ist nicht verhandelbar

By 23. Juli 2026No Comments

Sollten verspätete Flugzeuge in Einzelfällen auch nach Mitternacht am Flughafen BER landen dürfen? Diese Frage hat Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach (SPD) im Gespräch mit dem Tagesspiegel aufgeworfen. Dort sagte er mit Blick auf das Nachtflugverbot: „Selbstverständlich ist die obere Luftfahrtbehörde verpflichtet, Ermessen auszuüben. Das kann in Einzelfällen bedeuten, dass ein Flieger auch um 24:10 Uhr am BER noch landen darf.“ Der Tagesspiegel wertete dies als Abkehr von der „bisher strikten Nein-Linie Brandenburgs“ und als Signal für eine mögliche Aufweichung des Nachtflugverbots.

Die SPD Teltow-Fläming zeigt sich irritiert und lehnt eine Debatte über das Nachtflugverbot entschieden ab. Für den Unterbezirksvorsitzenden Erik Stohn steht fest: „Die Nachtruhe am BER ist nicht verhandelbar. Wenn man das Nachtflugkonzeptverwässert, gefährdet man das Vertrauen der Menschen in politische Zusagen.“ Die bestehenden Regelungen seien essenziell für den Lärmschutz und die Lebensqualität in der Flughafenregion und dürfen daher nicht infrage gestellt werden – „auch nicht andeutungsweise“.

Im Planfeststellungsbeschluss für den BER ist geregelt, dass reguläre Starts und Landungen während der Nachtkernzeit von Mitternacht bis 5 Uhr grundsätzlich ausgeschlossen sind. In den angrenzenden Zeitfenstern von 23:30 bis 0:00 Uhr und von 5:00 bis 5:30 Uhr sind Linienflüge nur in eng begrenzten Ausnahmefällen bei Verspätungen und Verfrühungen zulässig.

„Nächtliche Verspätungen dürfen nicht zur Normalität werden“, warnt die SPD Landtagsabgeordnete Ines Seiler. „Die Menschen in Blankenfelde-Mahlow und Rangsdorf müssen sich darauf verlassen können, dass die vereinbarten Regelungen konsequent angewandt werden.“ Sie fordert daher, am bisherigen Schutzniveau festzuhalten und die Nachtruhe der Anwohnerinnen und Anwohner auch künftig zu gewährleisten. „Die häufigen Starts und Landungen rauben den Menschen schon jetzt die verdiente Erholung. Statt mehr Ausnahmen brauchen wir weniger“, fordert Tina Fischer, Landtagsabgeordnete aus Dahme-Spreewald.

Für die Abgeordneten ist klar, dass der Flugverkehr in den Randzeiten abnehmen muss. Die Flugverkehrsgesellschaften sollen einen vernünftigen Ablauf von Starts und Landungen in den vorgesehen Flugzeiten planen und nicht auf die Randzeiten ausweichen. Die Abgeordneten sehen hier dringenden Gesprächsbedarf mit dem Minister.

Bildquelle: RENE RAUSCHENBERGER from Pixabay